Wie weiter mit dem Gedenken an die Opfer der deutschen Besatzung in Polen?

Datum/Zeit
Date(s) - 18/02/2020
18:00 - 20:30

Veranstaltungsort
Bundeszentrale für politische Bildung

Kategorien


Podiumsdiskussion zur Debatte um einen Erinnerungsort in Berlin und Buchvorstellung: “Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939-1945. Eine Leerstelle deutscher Erinnerung?”

80 Jahre nach dem Überfall auf Polen hat die Debatte um das öffentliche Erinnern an die Opfer der deutschen Besatzungsherrschaft nochmals Fahrt aufgenommen. Wer in Wissenschaft und Politik wollte bestreiten, dass dieser Aspekt des nationalsozialistischen Terrors in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute kaum präsent ist? Doch zur Frage, wie ein Erinnerungsort in Berlin aussehen sollte, stehen sehr unterschiedliche Konzepte und Vorstellungen im Raum: Sollte dieser den Verfolgungsopfern in Polen gewidmet sein, um den Spezifika des unfassbaren Leidens in unserem Nachbarland 1939-1945 Rechnung zu tragen? Oder sollte die “Nationalisierung” des Gedenkens als eine “Gefahr” gesehen werden, die zu einer “Denkmal-Inflation” führen könnte? Welcher Stellenwert soll einer national-kollektiven Opferperspektive bzw. der Perspektive auf Lebensraumpolitik und Vernichtungskrieg der deutschen Täter im gesamten Ost(mittel)- und Südosteuropa eingeräumt werden?

Die mediale Debatte rund um diese Kontroverse hat die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrer Publikation “Deutsche Besatzungspolitik in Polen 1939-1945. Eine Leerstelle deutscher Erinnerung?” dokumentiert und durch grundlegende Beiträge kontextualisiert. Im Rahmen der Podiumsdiskussion sollen die unterschiedlichen Positionen und Argumente direkt ausgetauscht und Möglichkeiten gemeinsamen Handelns ausgelotet werden.

Programm

18:00 Uhr
Einführung durch die Herausgeber Prof. Dr. Dieter Bingen
und Simon Lengemann (Projektleitung, bpb)

18:15 Uhr
Kommentar: Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz
(Direktor Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław / Breslau)

18:25 Uhr
Podiumsdiskussion:

  • Dr. Peter Jahn
    (ehem. Leiter Deutsch-Russisches Museum Berlin und Initiator der Initiative für einen Erinnerungsort an die Opfer der deutschen Vernichtungspolitik in Polen und der Sowjetunion)
  • PD Dr. Katrin Steffen
    (Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Nordost-Institut in Lüneburg)
  • Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz
  • Moderation: Simon Lengemann (bpb)

19:30 Uhr
Informeller Austausch

 

Anmeldung hier

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

Schreibe einen Kommentar