Gesellschaft im Spiegel des Museums – aktuelle Konzepte und Debatten im polnischen Museumsboom

Datum/Zeit
Date(s) - 06/02/2020
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Berlin

Kategorien


Veranstaltung der Vortragsreihe

Identitätsfabriken?
Museen & historische Bildung in Polen

im Rahmen des Klaus Zernack Colloquiums laden Sie

Prof. Dr. Yvonne Kleinmann (Aleksander-Brückner-Zentrum), Prof. Dr. Michael G. Müller (Aleksander-Brückner-Zentrum) & Prof. Dr. Igor Kąkolewski (ZHF Berlin) herzlich ein zum Vortrag von

DR. MONIKA HEINEMANN (Leipzig)

Gesellschaft im Spiegel des Museums –

aktuelle Konzepte und Debatten im polnischen Museumsboom

Der Vortrag findet am Donnerstag, den 6. Februar 2020 um 19.00 Uhr s.t. in der Bibliothek des Zentrums für Historische Forschung Berlin statt.

Seit Beginn des polnischen Museumsbooms 2004 sind zahlreiche neue Geschichtsmuseen und Ausstellungen entstanden, die das polnische historische Selbstbild (neu) verhandeln, und dies in einer bis dato nie dagewesenen Bandbreite. Die Präsentationen transportieren sehr unterschiedliche Vorstellungen von Gesellschaft und Gemeinschaft, Nation und Staat – und machen damit je eigene Identifikationsangebote, die unmittelbar auf die Gegenwart rekurrieren. In der Art der Ansprache und dem Umgang mit ihren Besuchern spiegeln sie zugleich – so eine zentrale These des Vortrags – sehr unterschiedliche Visionen vom Sinn und Ziel historischer Bildung im Museum.

Im Vortrag wird nachvollzogen, welche unterschiedlichen historischen und gegenwärtigen Gesellschaftsbilder historische Ausstellungen, die seit 2004 neu entstanden sind, zeichnen aber auch adressieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der musealen Kommunikation und der darin erkennbar werdenden Gemeinschaftsauffassungen der jeweiligen Ausstellungsverantwortlichen. Aufgezeigt wird hiermit zugleich das breite Spektrum jüngster innerpolnischer Debatten über den Vermittlungsauftrag historischer Museen. Dieses thematische Spektrum wird analysiert werden anhand der Dauerausstellungen des Museums des Warschauer Aufstands (2004), der Emaillewarenfabrik Oskar Schindlers in Krakau (2010), des Museums der Geschichte der Polnischen Juden POLIN (2014), des Museums des Zweiten Weltkriegs in Gdańsk (2017) sowie des Warschauer Stadtmuseums (2017).

Dr. Monika Heinemann ist Forschungskoordinatorin am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Leipzig. Sie studierte osteuropäische Geschichte, Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Bamberg, St. Petersburg (Russland) und München. 2015 schloss sie ihre Dissertation über „Krieg und Kriegserinnerung im Museum. Der Zweite Weltkrieg in polnischen historischen Ausstellungen seit den 1980er-Jahren“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab, die im Dezember 2017 bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienen ist.

www.hsozkult.de/event/id/termine-42242

Jutta verbrachte zwei Semester ihres Politikstudiums in Warschau. Vier Jahre lang koordinierte sie außerdem im Museum des Warschauer Aufstands internationale Begegnungsprojekte. Dabei schaute sie den Kollegen im Stefan Starzynski Institut über die Schulter, die kulturelle Projekte rund um die dynamische Entwicklung Warschaus organisieren, um den Warschauern zu zeigen, in was für einer interessanten Stadt sie leben. Kein Wunder also, dass sie Warschau für die spannendste europäische Metropole hält! Nach einem weiteren kommunikationswissenschaftlichen Studium ist sie nun im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Für Polen.pl schreibt sie seit 2012, natürlich am liebsten über die polnische Hauptstadt, außerdem über Erinnerungskultur in Deutschland und Polen und die Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Mit Anna zusammen erstellt sie den Kalender „Co się dzieje“.

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